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Das Recycling von Autoscheiben

Allein in Europa werden nach Schätzungen der Europäischen Kommission werden jedes Jahr zwischen 8 und 9 Millionen Fahrzeuge „weggeworfen“. Ziehen wir die Tatsache in Betracht, dass dies einer der sieben Kontinente auf unserem Planeten ist, wo die am weitesten entwickelten Länder der Welt, wie die USA und China, nicht liegen, in denen es sicherlich mehrere Fahrzeuge gibt.

Derzeit gibt es rund 1,2 Milliarden Fahrzeuge auf der Welt. Ihre Zahl wird weiter wachsen und es wird geschätzt, dass es bis 2040 mehr als 2 Milliarden Fahrzeuge geben wird. Mit der Zunahme der eigenen Autos nimmt auch die Anzahl der verbrauchten Autos zu und infolgedessen steigt die Menge an Materialien, die entsorgt werden müssen.

Der Aufbau einer Autoscheibe

Die Metallteile des Autos werden im Schrottplatz gebraucht und normalerweise gibt es kein Problem mit ihnen. Die Kunststoff- und Glasbauteile müssen dagegen an Unternehmen abgegeben werden, die sich auf das Recycling eines bestimmten Materials spezialisieren.

Die Autoscheiben bilden eine besondere Gruppe unter verschiedenen Kategorien von Gläsern. Das ist sog. Verbundglas, das über eine Schutzschicht verfügt, in der Regel eine PVB-Folie (Polyvinylbutyrale), die durch zwei Glaspanels verbunden wird. Der Verbundprozess erfolgt üblicherweise unter dem Einfluss von Temperatur und Druck. Nach dem Laminieren unter diesen Bedingungen wird die PVB-Innenschicht transparent und verbindet zwei Glasscheiben. Dieser Prozess schließt das „Glassandwich“ ab und es sieht wie gewöhnliches Glas aus.

Laminiertes Glas macht etwa 3 % des Gesamtmaterials in den Standard-PKWs aus und allein jede Windschutzscheibe enthält etwa 1 kg PVB-Folie. Nach der Analyse der Zusammensetzung des laminierten Glases stellt sich heraus, dass es aus 25 % PVB und 75 % Glas besteht. Weltweit wird 65 % der verwendeten PVB-Folie in der Herstellung von Autoscheiben eingesetzt, wodurch sich der PVB-Markt in den letzten Jahren rasant entwickelt hat.

Angesichts der obigen Statistik können wir uns vorstellen, mit welchen Mengen an Glasstoffen wir bei der Entsorgung von Kraftfahrzeugen zu tun haben.

Die Schutzeigenschaften der PVB-Folie

Gerade dank der Zwischenschicht aus dem künstlichen Stoff verfügen die Autoscheiben über Schutzeigenschaften:

  • die Zwischenschicht verbreitet die Aufprallkraft auf die größere Oberfläche der Scheibe und erhöht dadurch die Schlagfestigkeit des Glases;
  • unter dem Einfluss eines starken Aufpralls bricht das Glas, aber die entstandenen Splitter haften an der mittleren Schicht (PVB), die im Fall von Fahrzeugen den Fahrer und die Passagiere vor Verletzungen schützt;
  • beim Aufprall wird die viskoelastische Zwischenschicht plastisch verformt und absorbiert die von dem schlagenden Objekt übertragene Energie.

Kostenaufwendiger Entsorgungsprozess der Autoscheiben

Weist die PVB-Folie auf so viele nützliche mechanische Schutzeigenschaften hin, warum ist sie so ein Problem für die Recyclingunternehmen? Nun sind die Entsorgung und Verarbeitung vom Verpackungsglas eine Sache und die Verarbeitung vom Verbundglas ist eine ganz andere Sache. Die PVB-Folie ist ein Albtraum der Recyclingunternehmen vom Autoglas. Der Prozess der Glasgewinnung aus Verbundglas ist ein bisschen komplizierter und besteht aus den folgenden Phasen:

  1. Die Lagerung von Glas im Freien, um die Haftung zwischen der Folie und dem Glas zu verringern.
  2. Die Glaszerkleinerung.
  3. Die Trennung des Glases von der Folie.
  4. Das Sieben.

In dieser Phase wird das wiedergewonnene Glas zur weiteren Behandlung geschickt, während der Abfall vom PVB-Pulver beim Recyclingunternehmen bleibt, was problematisch zu handhaben ist. Diese Reste werden widerwillig für die Herstellung von Verbundscheiben wiederverwendet, da sie nicht vollständig von Glasstaub gereinigt wurden. Theoretisch könnten sie als ein alternatives Heizmittel verwendet werden, jedoch weist die PVB-Folie trotz des hohen Heizwerts relativ geringe brennbare Eigenschaften auf und enthält eine relativ große Menge an Glaspartikeln. Wenn es jedoch tatsächlich willige „Käufer“ gibt, die die Folie als alternativen Brennstoff verwenden, sind sie nicht bereit, einen zu hohen Preis für das Material anzubieten. Um den „Ballastabfall“ loszuwerden, trägt das Recyclingunternehmen die Kosten, die mit der Entsorgung der PVB-Folie verbunden sind, die viel mehr Geldaufwand auf ihrer Seite erfordert als die Verarbeitung vom, beispielsweise Verpackungsglas.

Die Bewirtschaftung von den Verbundglasabfällen ist ein globales Problem, das von den Wissenschaftlern auf der ganzen Welt intensiv erörtert wird, um eine effektive Methode der Trennung und Rückgewinnung von der PVB-Folie und den Glaspartikeln aus dem erzeugten Abfall zu finden. Obwohl viele Untersuchungen erfolgreich durchgeführt wurden, sind sie noch nicht weit genug verbreitet, um im Alltag verwendet zu werden. Wir warten ungeduldig auf die Lösung dieses dringenden Problems.

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